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Immer wieder werden wir darauf angesprochen, ob man bei Frettchen die Analdrüsen nicht lieber entfernen sollte.
Die Entfernung der Analdrüsen ist lt. Tierschutzgesetz verboten!!!!!!!!!!!!!!!!
Das Entfernen dieser Drüsen darf also grundsätzlich nur dann erfolgen, wenn ein medizinischer Grund dazu vorliegt, das heißt, wenn das Tier nachweislich erkrankt ist!!!
Die Analdrüsen sind Beutel, die links und rechts etwas unterhalb des Afters liegen. Kleine Verbindungen führen von jeder Drüse zu den beiden Ausgängen, die seitlich neben dem Anus liegen. Diese Drüsen sind mit einem Sekret gefüllt.
Raubtiere benutzen diese Drüsen zu unterschiedlichen Zwecken. Während ein Stinktier das Sekret der Drüsen zur Verteidigung gegen Feinde einsetzt, markiert der Hund damit sein Revier und kommuniziert mit diesem Geruch mit anderen Hunden. Frettchen benutzen dieses Sekret sowohl zur Verteidigung, als auch zur Markierung und ebenfalls zur Kommunikation.
Immer, wenn ein Frettchen Kot absetzt, wird durch den Druck auf die Analdrüsen auch etwas vom Sekret abgegeben. Dadurch erkennen Frettchen den Kot eines anderen Artgenossen und wissen sofort, ob sich ein fremdes Frettchen im Revier befindet. Auf die gleiche Art erkennen sie auch ihre „Rudelmitglieder". Beim Zusammentreffen ist sehr gut zu beobachten, dass sich Frettchen immer erst an der Afterregion beschnuppern.
Der Geruch jedes Frettchen ist einzigartig und spezifisch.
Kommt es zu Kämpfen zwischen Frettchen, so werden die Anal- beutel entleert. Damit zeigt das Frettchen ein Abwehrverhalten gegenüber seinem Kontrahenten.
Bei fehlenden Analdrüsen, können die Tiere nicht kommunizieren und es kommt zu Missverständnissen untereinander.
In einer bestehenden Gruppe, die harmonisch miteinander lebt, wird man dieses Abschreck"stinken" kaum mehr vorfinden, das Entleeren beim Koten bleibt jedoch in jedem Fall erhalten. Dieser Geruch verfliegt jedoch sehr schnell und wird von Menschennasen kaum wahrgenommen.
Sollte in einer bestehenden sich verstehenden Gruppe doch ein Tier dabei sein, das immer wieder seine Drüsen massiv entleert, so sollte man mit dem Tier schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen, der dann überprüft, ob eine Entzündung oder Verstopfung der Analdrüsen vorliegt.
Leidet ein Frettchen über einige Zeit an Durchfall, so kann es eben- falls dazu führen, dass die Drüsen nicht entleert werden, da der Stuhldruck auf die Drüsen entfällt.
Bitte auch hier unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.
Die Analdrüsen der Tiere sollten regelmäßig überprüft werden. Sind sie über einen längeren Zeitraum prall gefüllt, müssen sie vom Tierarzt entleert werden.
Sollte das Tier immer wieder unter verstopften oder entzündeten Analdrüsen leiden, KANN über eine Entfernung der Drüsen nach- gedacht werden. Es gibt auch gute Homöopathische Mittel, die Abhilfe schaffen können.
Da die Analbeutel direkt neben dem Schließmuskel liegen, ist die Gefahr bei einer OP immer gegeben, dass dabei der Schließmuskel durchtrennt wird. Sie muss daher unbedingt von einem Frettchen- erfahrenen Tierarzt vorgenommen werden.
Aber bitte NUR dann, denn:
Frettchen ohne Analdrüsen können mit Artgenossen nicht kommu- nizieren und werden aus diesem Grund sehr oft missverstanden und angegriffen.
Bei Fragen stehen wir Euch gerne zur Verfügung.
Dieser Text enstand in Zusammenarbeit mit Nicki von der Frettchen-Hilfe Berlin e.V.
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