Eingewöhnung


  Momentan bekommen wir sehr viele Telefonate von verzweifelten
  Welpenbesitzern, die mit den neuen Hausbewohnern nicht zurecht
  kommen. Die kleinen entwickeln sich immer mehr zu kleinen Grem-
lins, anstatt zu lustigen Mitbewohnern. Dies hat mich veranlasst, hier ein paar Tipps und Tricks nieder zu schreiben.

Bevor man sich Welpen anschafft, ist es ganz wichtig, sich ausführlich zu informieren, es reicht nicht, sich Bücher und Internetseiten durch zu sehen. Frettchenbesitzer zu besuchen ist unumgänglich, um sich die kleinen Rabauken live anzuschauen, sie in die Hand zu nehmen, sie zu riechen und sich beraten zu lassen. Es sollte gut
  überlegt sein, ob es wirklich Welpen sein müssen, es gibt auch immer
  wieder Abgabetiere, die bereits Handzahm sind. Entschliesst man
  sich aber Welpen zunehmen, empfiehlt es sich, verschieden Züchter
  zu besuchen. Ein seriöser Züchter empfängt jeden Interessenten
  gerne und zeigt ihm bereit willig, seine Zuchttiere, deren Unter-
  künfte, Impfpässe und gibt Auskunft über Herkunft der Tiere,
  Haltung, Ernährung, Problematik, Besonderheiten... (mehr darüber
  auch unter
Anschaffung und Welpen/Zucht).

  Die Welpen dürfen ab der 4./5. Woche besucht und können in ihrer gewohnten Umgebung beobachtet werden. Die Kleinen sollten mit der 8. Woche beim Züchter geimpft, ev. gechippt worden sein.

Welpen sollten nicht nach Farbe ausgewählt werden, sondern nach ihrem Verhalten und Charakter, der Züchter
  kennt seine Welpen und kann auch Auskunft darüber geben,
  welcher Welpe zu wem passen würde, welche Verhaltensweisen auf
  die neuen Besitzer zukommen. Es empfiehlt sich für die erste Zeit
  der Eingewöhnung im neuen Heim, ein Kuscheltuch o.ä. vom Züchter
  mitzunehmen, damit die Kleinen etwas von ihrer gewohnten Um-
  gebung mit ins neue Heim bekommen. Zusätzlich kann im Schlaf-
  häuschen ein getragenes T-Shirt mit rein geben werden, damit sich
  die Neulinge an den Geruch ihrer neuen Besitzer gewöhnen können.
  Am ersten Tag brauchen die neuen Hausgenossen Zeit für sich, um
ihr neues Zuhause erkunden zu können. Es ist menschlich, dass man am liebsten die Welpen gleich raus nehmen möchte, mit ihnen spielen und kuscheln. Dies führt aber meist dazu, dass sowohl die Welpen, wie auch die Besitzer überfordert werden und es bereits zu negativen Erlebnissen beider Seiten
  kommt. Also, lasst sie erst einmal in Ruhe alles erkunden. Der Käfig
  sollte natürlich bei Ankunft schon so bereit gestellt sein, dass auch
  Wasser und Nahrung vorhanden ist. Am 2. Tag dürfen die Fretts
  dann auch ihren Freilauf erkunden, zwar unter Auf-
  sicht aber immer noch, ohne von den Fretts was zu
  wollen. Man kann ihnen Vitapaste oder Leckerlis an- bieten, um den ersten Kontakt aufzu- nehmen, auch mit geeignetem Spiel- zeug zum Spiel auffordern. Es ist rat- sam, wenn die Welpen einige Stunden eingesperrt waren, auch wenn der Käfig gross ist, sie erst einmal nach dem öffnen der Käfigtür, austoben zu lassen,
  bevor man sich intensiv mit ihnen abgibt. Der Kontakt kann dann von
  Tag zu Tag vertieft werden. Leckerlis von der Hand geben, schafft
  Vertrauen, nehmt die Kleinen hoch, knuddelt sie kurz durch und lasst
  sie wieder runter, Welpen wollen oft noch nicht
  schmusen, hält man sie zu lange fest wollen sie run-
  ter und beginnen sich zu wehren, lässt man sie
  nicht, beginnen sie um sich zu beissen, lässt man sie dann runter, ist bereits die erste Fehlverknüpfung da, nämlich; beisse ich, lässt man mich runter!

Beobachtet man die Welpen untereinander, ist das Spiel sehr grob, es kann sogar zu kleineren Wun-
  den an Nacken und Rücken kommen. Es wird auch bereits um eine
  Rangordnung im Rudel gekämpft, zwar spielerisch
  aber trotzdem ein Spiel fürs Leben. Es ist also nicht
  verwunderlich, wenn der Mensch als neuer Spiel-
  kamerad gleich behandelt wird. Sie müssen zuerst
  lernen, dass der Mensch kein Fell hat und es weh
  tut, wenn sie so grob sind. Nun muss hier ein gutes
  Mass gefunden werden, den Frettchen Vertrauen zu geben, trotz-
  dem aber Erziehungsmassnahmen anzubringen, die unumgänglich
  sind, wenn man mit ihnen zusammen leben möchte. In dem man
  dem Frettchen die Faust hin hält, ist es nicht in der Lage, voll zu zu-
  beissen und es gibt einem die Möglichkeit eine Korrektur im richtigen
  Moment anzubringen, nämlich genau dann wenn es beisst, nicht
  vorher und nicht nachher. Tiere sind nur in der Lage, das Jetzt zu
  Verknüpfen. Eine Korrektur wird also nur richtig verstanden, wenn
  sie auch zum richtigen Zeitpunkt angewendet wird, sonst kommt es
  zu Fehlverknüpfungen, die nur sehr schwer wieder hinzubiegen sind.
  Beisst der Welpen in die Faust, nimmt man ihn mit der anderen Hand
  am Nacken, gleichzeitig kommt ein prägnantes NEIN, lässt der Welpe
  los, lockert man auch den Nackengriff, beisst es erneut, nimmt man
  es wieder am Nacken und sagt NEIN, lässt es ab wird es sofort mit
  einem lang gezogenen ruhigen BRAAAV bestätigt. Der Nackengriff
  wird schon von der Mutter gebraucht und wird daher vom Welpen
  auch verstanden. Wichtig: der Welpe wird nicht geschüttelt, nicht
  weggeworfen, nur am Nacken genommen bis er los lässt.
  Die Welpen sind sehr unterschiedlich, es gibt solche, die beissen nie
  (super, Glück gehabt), bei einigen reichen 1-2 solche Korrekturen,
  andere hingegen versuchen es immer und immer wieder.  Da gilt es
  einfach, Geduld und nicht aufgeben, alle lernen es, auch wenn es
  einige gibt, die mit dem Zwicken nie ganz aufhören. Das erste halbe
  Jahr, kann sehr anstrengend sein und macht nicht nur Spass, Geduld
  und Verständnis und ein bisschen Durchhaltevermögen braucht es,
  um nachher ein intensives und lustiges Zusammenleben zu
  ermöglichen.

  Tipps:
  - die Welpen zuerst füttern, sie sind dann umgänglicher.
  - erst versuchen hoch zu nehmen, wenn sie bereits ausgetobt und
     schon müde sind.
  - genügend Auslauf gewähren, Welpen haben viel Energie.
  - viel Spiel-, Kletter- und Versteckmöglichkeiten bieten, damit sie
     ausreichend beschäftigt sind. Viel Abwechslung erfüllt die Neu-
     gierde der Frettchen.
  - viel aus der Hand füttern, dies gibt Vertrauen.

  Die häufigsten Fehler:
  - zu hohe Erwartungen, die Welpen sind süss und man möchte sie
     herumtragen und schmusen.
  - zu wenig Auslauf.
  - wenn sie beissen, werden die Welpen wieder weggesperrt,
     geschlagen, weg geschmissen.... solche Massnahmen sind kontra
     produktiv und man erreicht nur das Gegenteil.
  - die Welpen werden nur noch mit Handschuhen angefasst. Es ist
     ganz wichtig, dass der Welpe lernt, dass er nicht in die Haut
     beissen darf, mit einem Handschuh wird das Problem nur um-
     gangen aber nicht gelöst. 

  Unter
Erziehung findet Ihr ausführlichere Anleitungen zum Thema
  beissen und Stubenreinheit.

  Bei Probleme stehen wir Euch sehr gerne zur Verfügung. Holt Euch
  Hilfe, bevor die Frettchen nur noch im Käfig bleiben müssen und sie
  irgendwann abgeben werden.

  Vielen Dank!
 

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