Kastration/
Dauerranz


  Kastration und Dauerranz

  Fähe

  Sobald die Fähe in die Ranz kommt, schwillt die Vulva Erbsen gross
  an,  nun ist sie paarungsbereit. Der Eisprung wird durch den Deckakt
 ausgelöst, der innerhalb von 36 Tagen statt finden muss, ansonsten fällt sie in die so genannte Dauerranz. Die Dauerranz erkennt man äusser- lich an blassen Schleimhäuten, die Vulva schwellt noch mehr an, Schwäche, Infektionsanfälligkeit, Blutungen der Unterhaut und einer zunehmender Haarlosigkeit an Rute und Unterbauch. Das
  weibliche Geschlechtshormon Östrogen im Blut
  steigt stark an, was zur Schädigung des Knochenmarkts führen
  kann. Im Knochenmark werden alle weissen und roten Blutzellen
  produziert. Fehlen diese, kommt es zu einem lebensbedrohlichen
  Mangel an roten Blutkörperchen, weissen Abwehr- und Immunzellen
  und den Gerinnungsfördernden Blutblättchen. Eine Kastration in
  diesem Zustand ist nicht zuempfehlen. Um weitere Schäden oder
  gar den Tod zu vermeiden, kann eine spezielle Hormontherapie
  helfen, die jedoch immer eine Risiko einer Gebärmuttervereiterung
  und eine spätere Unfruchtbarkeit zur Folge haben kann. Es ist daher
  ganz wichtig;
 
  WIRD MIT EINER FÄHE NICHT GEZÜCHTET, MUSS SIE ZWISCHEN
  DEM 6. UND 12. MONAT KASTRIERT WERDEN, SPÄTESTENS IM
  DARAUF FOLGENDEN JANUAR.

  Die Fähe kommt im Frühling/Sommer in die Ranz, die Natur hat dies
  so gerichtet, dass die Welpen zw. Frühling und Spätsommer auf-
  wachsen. Bei der Kastration sollte auch die Gebärmutter mit
  entfernt werden, da das Risiko besteht, dass sich Zysten bilden
  oder ein Stück Eierstockgewebe im Bauchraum bleibt und die Fähe
  dann trotzdem in die Ranz kommt. Auch ist es nicht selten, dass
  Fähen an unerkannten Gebärmuttervereiterungen sterben. Bei
  einer Sterilisation, wo nur die Eileiter entfernt oder abgebunden
  werden, kommt die Fähe trotzdem in die Ranz, es besteht nach wie
  vor die Gefahr einer Dauerranz oder zur Zystenbildung und eine
  Nachoperation, die um einiges aufwändiger wird, ist unumgänglich.

  Rüde

  Ein Rüde kann ohne Risiko von gesundheitlichen Schäden unkastriert
  gehalten werden. Es kann aber zu sozialen Problemen kommen, da
  sie in dieser Zeit ihr Revier verteidigen, ausserdem riechen sie viel
  stärker, sie versuchen ihre Artgenossen zu decken und es wird alles
  markiert. Sie können auch ihren Menschen gegenüber aggressiv
  werden. Deshalb raten wir auch hier, den Rüden zu kastrieren.
  Ausser er wird zur Zucht eingesetzt. Wildtiere können sehr früh
  kastriert werden, dies verringert auch das Risiko eines späteren
  Macho-Gehabes.
  Immer häufiger treten
Kryptorchiden (Einhoder) auf. Senkt sich ein
  Hoden in der Ranzzeit nicht ab und bleibt im Bauchraum oder der
  Leiste, muss er operativ entfernt werden. Im Bauchraum erwärmt
  sich der Hoden zu stark und kann tumorös entarten. Zudem kommt
  der Rüde trotzdem in die Ranz und bleibt geschlechtsreif.
 

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