Zucht/Welpen


  Welpen sind sehr süss und schnell ist der Wunsch geweckt, selber
  zu züchten. Hierzu sollte man aber einiges bedenken!

  ° Wie gut kenne ich die Abstammung der Zuchttiere, bin ich sicher,
     dass sie nicht verwandt sind? Gibt es in der Linie bereits Gende-
     fekte wie Taubheit oder Hodenhochstand, darf mit diesem Tier
     nicht gezüchtet werden (siehe
Sonderfarben und Gendefekte).
  ° Über welche Charakteren verfügen die Elterntiere?
  ° Sind die Frettchen, die zur Zucht eingesetzt werden geimpft und
     entwurmt?

  Die Trächtigkeit einer Fähe dauert 42 Tage (+/- 2 Tage). Ein paar
  Tage vor dem Wurftermin, sollte die Fähe von den anderen Fretts
  getrennt werden. Fähen die zusammen aufgewachsen sind, können
  sich auch gemeinsam um die Welpen kümmern. Die werdende Mama
fängt nun an das Nest zu bauen. Die Wurfkiste muss dafür mit Tüchern, die man waschen kann ausgepolstert sein. Der Wurfkäfig sollte ca. 1m2 gross sein, die Wurfkiste muss allenfalls Platz für Mutter und 14 Welpen bieten, ausser dem muss sie gut zu reinigen sein.
Die Fähe kann sich nach der Geburt sehr stark
verändern. Es gibt Fähen, die ihre Jungen sehr
  stark verteidigt und ganz schön beissen wird, sobald man sich den
  Welpen nähert, auch wenn sie vorher noch so lieb war.

  Die Welpen kommen blind, taub und nackt zur Welt. Sind die Welpen
  erstmal da, muss darauf geachtet werden, dass die Fähe auch aus- reichend Milch hat und die Welpen gleichmässig zu- nehmen. Sollte dies nicht sein, muss zugefüttert werden. Dafür werden sie jeden Tag auf die Waage gelegt und das Gewicht notiert. Somit ist auch
  schon in diesem Alter der tägliche Kontakt zum Menschen gegeben,
  der für später sehr wichtig ist.
 
  Ab 3 Wochen müssen die Kleinen nun auch zugefüttert werden. Sie
  wachsen sehr schnell und die Mutter wird somit entlastet. Für den
Anfang eignen sich Babygläschen (z.B. Huhn und Reis) oder püriertes Fleisch mit Katzenwelpen- aufbauflocken. In der Wurfkiste muss jetzt auch ein Klo zur Verfügung stehen. Die Babies sind noch
blind aber sehr sauber, wenn ihnen die Möglichkeit gegeben
  wird, sie gehen bereits aufs Klo :-).
  Mit ca. 4-5  Wochen öffnen sie langsam ihre Augen. Nun beginnen
die Welpen auch feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie müssen nun mindestens dreimal am Tag gefüttert werden. Sie fressen so ziemlich alles was man ihnen gibt, auch Finger. Bei Mama darf am Kücken mit geknabbert werden.

  Die kleinen Rabauken wachsen sehr schnell und die Fähe hat viel zu
  tun, alle zusammen zuhalten. Der Kontakt zum Menschen wird immer wichtiger, sie sollen schliesslich einmal Handzahm werden. Auch wird ihre Neugierde immer grösser und sie krabbeln schon fleissig überall hin. Natürlich ver säubern sie sich wo sie gerade sind und es muss mehrmals täglich geputzt werden. Den nur wenn sie sauber gehalten werden, sind sie später
  auch stubenrein. Der soziale Kontakt unter den Wurfgeschwistern
  ist enorm wichtig und prägt fürs ganze Leben.

  Im Alter von mindestens 8 - 10 Wochen können die Welpen von der
  Mutter getrennt werden und in ihr neues zu Hause
  einziehen. Wir empfehlen die
  Kleinen aber erst mit 10 Wochen
  abzugeben, da sie mit 8 Wochen
  noch voll im Zahnenwechsel sind.
  In dieser Zeit sind sie oft bissiger
  und sehr sensibel und es ist kein
  idealer Zeitpunkt für einen
  Wechsel.
  Mit 8 Wochen werden die Frettchen das erste Mal geimpft, ev. ge-
  chippt, dies geschieht optimaler Weise noch solange sie bei der
  Mutter sind.

  Die Aufzucht von Frettchenwelpen ist zwar sehr schön aber mit sehr viel Zeit und Aufwand gekoppelt. Mit einem 100% Job unmöglich. Auch finanziell kommt da einiges auf einem zu. 7 - 14 Welpen mit hungrigen Bäuchlein mögen einiges an Frischfleisch vertragen. Auch die Fähe braucht während der Trächtigkeit und der Aufzucht sehr hochwertige und proteinhaltige Nahrung. Neben den normalen Tierarztkosten für Checks, kann auch immer unerwartetes passieren, Probleme bei und nach der Geburt, Krankheiten und Verletzungen bei den Welpen, wo man auch mitten in der Nacht zum TA fahren muss usw.
 
  Folgende Punkte müssen abgeklärt sein:

  ° Habe ich genug Abnehmer für meine Welpen, eine Fähe kann bis
     zu 15 Welpen werfen?
  ° Kann ich mich ausreichend um die Fähe in der Schwangerschaft
     kümmern?
  ° Die Fähe braucht in der Schwangerschaft und danach sehr hoch-
     wertiges Futter, kann ich mir das leisten?
  ° Habe ich genug Platz, um die Fähe und die Welpen getrennt von
     den anderen Fretts zu halten?
  ° Habe ich einen Frettchenkundigen Tierarzt, der auch im Notfall ei-
     nen Kaiserschnitt durchführen kann? Ist er auch Nachts erreich-
     bar falls es bei der Geburt Probleme gibt?
  ° Habe ich genügend Zeit, mich ausreichend um die Fähe und die
     Welpen zu kümmern?
  ° Kleine Fretts beissen auch sehr heftig, weil sie alles als Futter an-
     sehen, das kann schon sehr schmerzhaft sein. Kann ich damit um-
     gehen? (siehe
Erziehung)
  ° Habe ich die Möglichkeit, ein paar Welpen selbst zu behalten, falls
     es zu wenig Käufer gibt?
  ° Bin ich in der Lage Frettchen zurück zunehmen, falls es am neuen
     Ort Probleme gibt?

  Ganz WICHTIG ist; mit der seriöser Zucht von Frettchen lässt sich
  kein Geld verdienen!

 
Falls Ihr noch mehr über Zucht und Aufzucht erfahren möchtet,
  dann schreibt uns ein
Mail!

  Auf Wunsch geben wir Euch gerne Adressen von seriösen Züchtern
  an.

 
Die Foto’s stammen aus der Zucht von Simone und Dalia, Wurf 2003/2004.
    

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